Faszination Auto
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Faszination Auto

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Des deutschen Mannes liebstes Hobby ist, wenn man landläufigen Modellvorstellungen Glauben schenken mag, neben dem Gerstensaft und dem Fußballspiel das Automobil. Die Deutschen sind sehr stolz auf ihre Autos. Völlig zurecht – auch im Ausland genießen renommierte deutsche Hersteller (wie etwa Audi, BMW, Porsche und vor allem Mercedes) einen hervorragenden Ruf. Tugenden, wie sie den Deutschen im Ausland relativ häufig angedichtet werden (Verlässlichkeit, Fleiß und Ausdauer) finden sich dementsprechend auch häufig unter den Motorhauben deutscher Autos wieder. Und nicht zuletzt ist man hier zu Lande ja auch besonders stolz auf die deutschen Errungenschaften in puncto Technik. Solide Verarbeitung, Altbewährtes Hand in Hand mit Innovation und ein grundsolides Markenimage sind die Vorteile der deutschen Autohersteller.

Umso mehr kratzt nun die drohende Übernahme von Opel an der deutschen Autoseele. War doch insbesondere die deutsche Automobilindustrie ein Gradmesser für Aufschwung und wirtschaftlichen Wachstum in den Jahren des Wirtschaftswunders und darüber hinaus. So stellt die bevorstehende Übernahme von Opel eine fühlbare und mehr als symbolische Zäsur dar. Kein Wunder! Verkörpert doch das Auto in gewisser Weise ein Sinnbild unserer Wirtschaft. Jeder muss mobil und diesbezüglich flexibel sein. Und zu den Konsequenzen, die dies nach sich zieht (allem voran die Umweltbelastung), trägt so jeder gezwungenermaßen sein Scherflein bei. Geteiltes Leid ist halbes Leid!

Dass es nun dem renommierten Hersteller Opel an den Kragen geht, werten viele als einen Indikator dafür, dass in puncto Wirtschaftskrise die Messe noch nicht gelesen ist. So avanciert das Automobil vom Statussymbol des Privatmanns zum Statussymbol für unsere Wirtschaft. Allerdings scheinen jenseits von Opel die Dinge noch recht gut zu stehen. So konnte Mercedes auf ein recht erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Im zweiten Halbjahr 2008 konnte man das Rekordniveau vom Vorjahr 2007 sogar fast noch halten – aller Krisenstimmung zum Trotz. Und auch Autotuning und Tuningkits verkaufen sich nach wie vor in gewohnter Manier.

Man kann also getrost davon ausgehen, dass solange es sich noch lohnt arbeiten zu gehen (bzw. zu fahren), die Automobilindustrie zu den krisenfesten Ressorts gehört. Und ab jenem Punkt, an dem sich Aufwand und Ertrag, bezogen auf das eigene Arbeitsleben, nicht mehr rechnen, sind wir gottlob noch nicht angelangt. Und solange wird auch bei den Herstellern für deutsche Autos noch alles in trockenen Tüchern sein. Und selbst wenn der wirtschaftliche Super-GAU eintritt, so wird selbst dann die Automobilindustrie, gleich den Streichern auf der Titanic, die letzte Geige spielen. Denn bekanntermaßen fährt man ja zur Höhle und geht nicht etwa zu Fuß dort hin.